Focused Energy plant Fusionskraftwerk am ehemaligen AKW-Standort Biblis

Von | 2. April 2025

Am Standort des ehemaligen Atomkraftwerks Biblis soll bis 2035 ein innovatives Fusionskraftwerk entstehen. Das deutsch-amerikanische Startup Focused Energy hat hierfür eine Vereinbarung mit dem Energieversorger RWE sowie dem Land Hessen unterzeichnet. Gemeinsam verfolgen die Partner das Ziel, den traditionsreichen Standort in ein Symbol für die Energieversorgung der Zukunft zu verwandeln. Der Bau dieses Pilotkraftwerks markiert nicht nur einen technologischen Meilenstein, sondern auch einen politischen Kurswechsel hin zu neuen, klimaneutralen Energielösungen (reuters: 24.03.25).

Fusionstechnologie als neue Hoffnung der Energiewende

Im Gegensatz zur herkömmlichen Kernspaltung, bei der große Mengen radioaktiven Abfalls entstehen, verspricht die Kernfusion eine nahezu unbegrenzte und saubere Energiequelle. Focused Energy setzt dabei auf ein laserbasiertes Verfahren, bei dem Festkörperlaser extrem kurze, energiereiche Lichtimpulse auf winzige Brennstoffpellets richten. Diese werden dadurch so stark komprimiert und erhitzt, dass es zur Fusion von Wasserstoffkernen kommt. Durch diese Reaktion wird eine enorme Energiemenge freigesetzt – ganz ohne CO₂-Emissionen oder langlebigen Atommüll.

Focused Energy plant in Biblis ein Fusionskraftwerk zu bauen – Vertrag mit RWE und Hessen zur Nutzung des Geländes unterzeichnet

Der technologische Ansatz wird immer wichtiger. Grund dafür sind neue Durchbrüche an der US-amerikanischen National Ignition Facility. Auch moderne Lasersysteme sind deutlich effizienter geworden. Der geplante Reaktor in Biblis soll rund ein Gigawatt Strom erzeugen. Damit soll erstmals gezeigt werden, dass wirtschaftliche Fusionsenergie unter realen Bedingungen möglich ist.

Biblis wird Testfeld für Milliardenprojekt

Die Investitionskosten für das ambitionierte Vorhaben werden auf fünf bis sieben Milliarden Euro geschätzt. Während RWE das Gelände sowie technisches Know-how beisteuert, engagiert sich das Land Hessen mit einer finanziellen Förderung von zunächst 20 Millionen Euro. Der Standort Biblis bietet ideale Voraussetzungen: Die vorhandene Infrastruktur aus der Zeit des Atomkraftwerks kann weiter genutzt werden, wodurch Zeit und Kosten gespart werden. Darüber hinaus liegt Biblis zentral in Deutschland und ist verkehrstechnisch gut angebunden, was logistische Vorteile schafft.

Politischer Rückenwind für die Kernfusion

Die neue Bundesregierung unter konservativer Führung hat bereits angekündigt, die Fusionsforschung gezielt zu fördern und einen verlässlichen rechtlichen Rahmen für diese Technologie in Deutschland und Europa zu schaffen. Das Projekt in Biblis profitiert direkt von dieser politischen Unterstützung. Es steht nicht nur für technologische Innovation, sondern auch für den politischen Willen, neue Wege in der Energieversorgung zu beschreiten.

Biblis als Symbol für den Wandel

Mit dem geplanten Fusionskraftwerk vollzieht sich in Biblis ein tiefgreifender Wandel: Jahrzehntelang stand der Ort für konventionelle Atomkraft, nun soll hier eine Technologie zum Einsatz kommen, die keine langlebigen radioaktiven Abfälle produziert und kein Risiko einer Kernschmelze birgt. In Kombination mit erneuerbaren Energien könnte die Kernfusion einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Klimaneutralität leisten. Damit wird Biblis zu einem Symbol für Fortschritt, Verantwortung und die nächste Stufe der Energietechnik.

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