Greenwashing – Wie Kohlestrom als Ökostrom verkauft wird

Die Ökoenergiegenossenschaft Green Planet Energy kämpft gegen Greenwashing bei Ökostromtarifen. Eine aktuelle Umfrage verdeutlicht, dass viele Anbieter die Erwartungen der Verbraucher nicht erfüllen. Erschreckenderweise kann selbst Kohlestrom durch Herkunftszertifikate als Ökostrom verkauft werden (green-planet-energy: 18.05.24).

Ökostrom-Lüge: Warum Ihr grüner Strom oft nur Kohlestrom ist

Ökostromkunden erwarten deutlich höhere Standards, als viele Anbieter tatsächlich einhalten. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage, die Green Planet Energy mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey durchgeführt hat. Vier von fünf Ökostromkunden möchten, dass ihr Stromanbieter keine klimaschädlichen Technologien unterstützt. Fast ebenso viele wünschen sich, dass Investitionen ausschließlich in erneuerbare Energien fließen. Dennoch erfüllen die meisten Ökostromtarife diese Anforderungen nicht.

Die Ökostrom-Lüge: Warum Ihr grüner Strom oft nur Kohlestrom ist und gutgläubige Verbraucher oft im Dunkeln tappen

Tatsächlich erhalten viele Kunden Graustrom: „Der Begriff ‚Ökostrom‘ ist nicht geschützt. Unternehmen können Kohlestrom erzeugen und ihn mithilfe von Herkunftszertifikaten als grün verkaufen“, erläutert Sönke Tangermann, Vorstand bei Green Planet Energy. „Grünstrom-Zertifikate sind rein virtuelle Gütesiegel. Wenn Stromanbieter nur günstige ausländische Zertifikate kaufen, ohne selbst in die Energiewende zu investieren, ist das Greenwashing. Viele deutsche Ökostromtarife haben daher keinen zusätzlichen Klimanutzen“, kritisiert Tangermann. Länder mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien wie Norwegen, Schweden und Island erscheinen durch den massenhaften Verkauf der Grünstrom-Zertifikate statistisch plötzlich als Kohle- und Atomkraft-Nutzer.

Täuschung beim Ökostrom: Warum gutgläubige Verbraucher oft im Dunkeln tappen

Die Umfrage zeigt auch, wie undurchsichtig die aktuelle Ökostromkennzeichnung für Verbraucher ist. Jeder Zweite hat noch nie von Herkunftsnachweisen gehört. Verbraucher wünschen sich jedoch Transparenz, insbesondere bei der Herkunft des gelieferten Stroms. Sönke Tangermann betont: „Wenn Verbraucher über die Lieferantenkraftwerke und Quellen der Herkunftsnachweise im Unklaren gelassen werden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich um Schummelstrom handelt.“

Green Planet Energy kauft Herkunftszertifikate immer zusammen mit Strom direkt von Erneuerbaren-Anlagen, die mit dem deutschen Stromnetz verbunden sind. Der Strom stammt aus ausgewählten Wind-, Wasser- und Solarkraftwerken in Deutschland und Österreich. Zudem erfüllt der Strom die strengen Kriterien von Greenpeace, die etwa Investitionen in Speichertechnologien und energiepolitischen Einsatz verlangen.

Schummelstrom entlarvt: Warum wir eine bessere Ökostrom-Kennzeichnung brauchen

„Die bisherige Stromkennzeichnung wiegt Verbraucher oft in falscher Sicherheit. Im Sinne des Verbraucherschutzes benötigen wir eine bessere Kennzeichnung von echtem Ökostrom“, so Tangermann.

Um Schummelstrom zu verhindern, stellt Green Planet Energy drei zentrale Forderungen: Erstens, Stromanbieter sollen zur vollen Transparenz verpflichtet werden. Firmenstruktur, Lieferantenkraftwerke und Quellen der Herkunftsnachweise müssen den Endverbrauchern offen gelegt werden. Zweitens, strengere Regulierung für werbliche Aussagen zu Ökostrom-Produkten soll Greenwashing-Kampagnen bekämpfen. Drittens, Verbraucher sollen den qualitativen Unterschied von Ökostrom-Produkten einfacher erkennen können. Dafür fordert Green Planet Energy eine verständliche und einheitliche Kennzeichnung für echten Ökostrom.

Zusammengefasst verdeutlicht die Umfrage, dass die meisten Anbieter die Erwartungen der Ökostromkunden nicht erfüllen. Green Planet Energy setzt sich für mehr Transparenz und strengere Regulierung im Ökostrommarkt ein. Nur so können Verbraucher sicher sein, dass ihr Ökostrom tatsächlich einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leistet.

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Großflächiger Stromausfall in Engelskirchen -alle Schutzmechanismen im Netz haben versagt

Am Mittwochabend, den 15. Mai, kam es in Engelskirchen zu einem großflächigen Stromausfall, nachdem im Umspannwerk zwischen Ründeroth und Engelskirchen ein Feuer ausgebrochen war. Die Rettungsleitstelle des Oberbergischen Kreises meldete den Brand um 19.11 Uhr. Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst waren schnell vor Ort. Die Auswirkungen des Stromausfalls waren erheblich: Supermärkte schlossen, Ampeln fielen aus und das Mobilfunknetz funktionierte nicht mehr flächendeckend. Auch in Wiehl-Drabenderhöhe kam es zu Stromausfällen. Alle vorgesehenen Schutzmechanismen versagten, was die Situation verschlimmerte. Der Stromausfall dauerte bis Donnerstagmorgen, bis schließlich alle betroffenen Haushalte und Einrichtungen wieder ordnungsgemäß versorgt waren (ksta: 16.05.24).

Großflächiger Stromausfall in Engelskirchen: Feuerwehr aktiviert Notfallpunkte

Die Feuerwehr Engelskirchen bereitete daraufhin die Besetzung der Notfallpunkte vor, um die Alarmierung von Polizei und Rettungsdiensten zu gewährleisten. Diese Punkte, die bereits 2022 für flächendeckende Stromausfälle bekannt gegeben und im Januar 2023 getestet wurden, befinden sich im Rathaus von Engelskirchen, sowie in den Feuerwehrgerätehäusern in Ründeroth, Loope und Osberghausen. Während des Stromausfalls tagte der Umweltausschuss im Rathaus weiter, obwohl die Notbeleuchtung eingeschaltet und Mikrofone sowie Liveübertragungen ausgefallen waren.

Großflächiger Stromausfall in Engelskirchen – Notruf ausgefallen, kritische Situation im Altersheim – alle Schutzmechanismen haben versagt

Um 20.12 Uhr löste die Leitstelle des Oberbergischen Kreises eine Gefahrenmeldung mit der Überschrift „Extreme Gefahr“ über das Warnsystem „Cell Broadcast“ aus, welches die Bevölkerung vor Katastrophen und Notfällen warnte. Der Notruf 112 und 110 war in Engelskirchen und Teilen von Wiehl nicht erreichbar. Die Warn-App Nina forderte die Bürger auf, ihre Nachbarn zu informieren und die besetzten Informationspunkte der Gemeinde aufzusuchen.

Brandursache und erste Löscharbeiten

Der Brand im Umspannwerk wurde durch eine Verpuffung im Trafohäuschen verursacht, die eine starke Druckwelle auslöste und die Türen aufsprengte. Feuerwehrkräfte konnten die Flammen mit CO₂-Löschern löschen. Nachdem das Feuer gelöscht war, prüften die Einsatzkräfte sensible Einrichtungen und verteilten bei Bedarf Notstromaggregate.

Aggerenergie informierte, dass ihre Techniker sowie Spezialisten von Westnetz und aus Siegen vor Ort waren, um den Schaden zu begutachten. Notstromaggregate wurden bereitgestellt, doch die Unfallstelle war zunächst noch nicht freigegeben. Durch Umschaltungen konnten Teile von Engelskirchen und Wiehl wieder mit Strom versorgt werden. Auch das Engelskirchener Krankenhaus erhielt wieder Energie.

Wiederherstellung der Stromversorgung

Der Zugverkehr blieb durch den Vorfall gestört. Die RB25-Verbindung zwischen Oberberg und Köln war beeinträchtigt, was zu Verspätungen führte. Mittlerweile sind 30 Stationen wieder mit Strom versorgt. Die Aggerenergie berichtete, dass durch Umschaltungen die Stromversorgung provisorisch wiederhergestellt wurde. Die Techniker haben inzwischen Zugang zur Anlage erhalten und arbeiten an der Schadensbehebung. Vermutlich löste ein technischer Defekt den Brand aus, doch genaue Ursachen werden noch untersucht. Auch hier versagten alle Schutzmechanismen, die solche Auswirkungen hätten verhindern sollen.

Engelskirchens Bürgermeister Dr. Gero Karthaus zeigte sich am Morgen nach dem Vorfall erleichtert darüber, dass der Strom schneller als erwartet zurückkehrte, gestand aber auch, dass es zwischendurch dramatische Momente gab, wie etwa im Altenheim, wo die Versorgung der Beatmungspatienten kritisch war. Auch landwirtschaftliche Betriebe waren betroffen, da Kühe nicht gemolken werden konnten.

Die Aggerenergie konnte das Umspannwerk reparieren und stellte den normalen Betrieb wieder her. Technischer Leiter Holger Thielmann erklärte, dass der Kurzschluss im Netz den Schaden verursachte. Trotz Schutzmechanismen, die eigentlich solche Auswirkungen verhindern sollten, kam es zu diesem großflächigen Stromausfall. Thielmann betonte die effektive Zusammenarbeit der Krisenstäbe und die schnelle Reaktion, die dazu beitrug, die kritischen Infrastrukturen zeitnah wieder zu versorgen.

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E-Autos im Luxussegment: Hersteller kehren zum Verbrenner zurück

Die Nachfrage nach hochpreisigen E-Autos von Marken wie Mercedes und Aston Martin bleibt schwach. In Deutschland stagniert die E-Mobilität, und das Verbrenner-Aus auf EU-Ebene steht wieder infrage. Die europäische Autoindustrie deutet darauf hin, dass Benzin- und Dieselmotoren länger relevant bleiben könnten als ursprünglich geplant (merkur: 14.05.24).

Mercedes und Aston Martin bremsen Elektro-Projekte

Mercedes-Benz hat die Erweiterung der Produktionskapazitäten für Elektroautos zurückgefahren. Aus Kostengründen wurde die Entwicklung der E-Plattform MB.EA-Large gestoppt. Diese Architektur war ab 2028 für neue Baureihen der S-Klasse-Limousinen und GLE-Geländewagen gedacht. Insider berichten, dass die Entscheidung auf die schwache Marktentwicklung zurückzuführen ist. Wegen der geringen Absätze rechnet sich der Aufwand für eine komplett neue Plattform nicht mehr.

Luxus-Elektroautos als Ladenhüter – Kundschaft bevorzugt Verbrenner. Mercedes, Aston Martin &CO bremsen Elektro-Projekte
Bild: Alexander Migl, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Mercedes hatte 2021 das Ziel, bis 2025 einen Anteil von 50 Prozent an Elektro- und Hybrid-Neuwagen zu erreichen. Doch diese Zielvorgabe wurde auf Ende des Jahrzehnts verschoben. Die wirtschaftlichen Entwicklungen zwingen den Luxushersteller, länger als geplant Verbrennermodelle zu verkaufen.

Auch Aston Martin hat aufgrund der geringen Nachfrage nach hochpreisigen E-Autos reagiert. Die britische Marke verschiebt den Start ihres ersten Elektroautos um mindestens ein Jahr von 2025 auf 2026. Laut Aufsichtsratsvorsitzendem Lawrence Stroll liegt der Grund nicht in langsamen Fortschritten bei der Entwicklung, sondern in der unzureichenden Nachfrage.

Luxus-Elektroautos als Ladenhüter – Kundschaft bevorzugt Verbrenner

Ein weiteres Beispiel für die schwierige Marktlage ist der kroatische Hersteller Rimac. Sein elektrisches Hypercar Rimac Nevera, das zwei Millionen Euro kostet, findet kaum Käufer. Von den geplanten 150 Stück wurden bisher nur 50 verkauft. CEO Mate Rimac erklärte, dass sich die Marktsituation seit 2017 stark verändert habe. Während Elektroautos zum Mainstream geworden sind, bevorzugt die wohlhabende Kundschaft wieder Verbrennerfahrzeuge.

Experten appellieren an deutsche Hersteller

Trotz der aktuellen Herausforderungen halten Experten den langfristigen Übergang weg vom Verbrennungsmotor für unvermeidlich. Studienleiter Stefan Bratzel fordert Autohersteller auf, die Produktionskosten für E-Fahrzeuge zu senken. „Die Endkundenpreise zwischen Verbrennern und Elektrofahrzeugen müssen angeglichen werden, um den Markthochlauf zu unterstützen.“ Im Wettbewerb mit chinesischen Autobauern sei es zudem notwendig, die Innovationskraft zu steigern, um höhere Preise rechtfertigen zu können. Bratzel betont: „Gerade deutsche Autobauer müssen mindestens so viel innovativer und besser sein, wie sie teurer sind.“

Zukunft der E-Mobilität

Die Zukunft der E-Mobilität bleibt trotz der Rückschläge ein zentrales Thema. Hersteller müssen Wege finden, die Produktionskosten zu senken und die Nachfrage zu steigern. Gleichzeitig ist die Konkurrenz aus China eine große Herausforderung. Nur durch höhere Innovationskraft und bessere Produkte können europäische Hersteller langfristig bestehen. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass der Weg zur vollständigen E-Mobilität noch einige Hürden aufweist. Doch langfristig führt kein Weg daran vorbei, die Antriebswende voranzutreiben und die Automobilindustrie nachhaltig zu gestalten.

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Ransomware-Angriffe zielen zunehmend auf Datendiebstahl ab

War das Ziel von Cyberangriffen mittels Ransomware in der Vergangenheit üblicherweise die Verschlüsselung von Unternehmensdaten, verschob sich dieser Fokus laut des Reports zunehmend auf die Extraktion von Daten. Das berichteten 86 Prozent der Unternehmen, die Opfer eines Ransomware-Angriffes waren, dass Daten erfolgreich entnommen wurden.