Rohstoffe – die Achillesferse der Energiewende

Von | 2. April 2025

Trotz globaler Fortschritte bei Wind- und Solarkraft gerät die Energiewende ins Stocken – nicht wegen fehlender Technologien, sondern wegen knapper Rohstoffe. Der grenzenlose Ausbau erneuerbarer Energien kollidiert mit den realen Verfügbarkeiten von Kupfer, Lithium und Kobalt. Der „Global Energy Review“ der Internationalen Energieagentur (IEA) liefert dafür eindrückliche Daten. „Data always wins“, unterstrich IEA-Chef Fatih Birol bei der Vorstellung des Berichts. Fakten entscheiden über Erfolg oder Illusion (taz: 25.03.25).

Boom der Erneuerbaren bei steigendem Verbrauch

Die Zahlen zeigen zwar ein wachsendes Angebot an erneuerbarem Strom, doch zugleich steigt der weltweite Energiebedarf. Neue Anwendungen wie Künstliche Intelligenz oder Klimatisierung treiben den Stromverbrauch in die Höhe. Dieser Zuwachs ersetzt fossile Energien nur am Rande – meist entsteht zusätzlicher Bedarf. Dadurch bleibt die CO₂-Bilanz trotz grüner Technologien belastet.

Die Internationale Energieagentur warnt – Verfügbarkeit von Rohstoffen könnten die Energiewende ausbremsen

In Deutschland dominiert ein positives Bild vom Strom: Jede Kilowattstunde scheint willkommen. Doch dieser Blickwinkel verschleiert, dass der Mehrverbrauch nicht automatisch zur Dekarbonisierung führt. Vielmehr entstehen neue Abhängigkeiten – vor allem von mineralischen Rohstoffen.

Rohstoffe als begrenzender Faktor

Physikalisch liefert die Sonne mehr als genug Energie für die Menschheit. Doch um diese nutzbar zu machen, braucht es technische Infrastruktur – und dafür kritische Rohstoffe. Fatih Birol äußerte sich klar: Kupfer droht schon um 2030 knapp zu werden. Ohne ausreichende Mengen lassen sich weder Stromnetze ausbauen noch Batterien produzieren. Auch Lithium und Kobalt gehören zu den Engpässen.

Der Traum vom globalen Energiesystem auf Basis erneuerbarer Quellen zerbricht nicht am Willen, sondern an der Materialverfügbarkeit. Technischer Fortschritt allein genügt nicht, solange zentrale Rohstoffe fehlen oder nur unter schwierigen Bedingungen beschafft werden können.

Energieeffizienz entlastet Ressourcen

Die entscheidende Lehre aus dem Global Energy Review lautet: Nur durch höhere Effizienz lässt sich der Rohstoffbedarf eindämmen. Wer weniger verbraucht, schont Umwelt, Netzkapazitäten und Reserven zugleich. Statt ausschließlich auf Produktionsausbau zu setzen, braucht es intelligente Reduktionsstrategien.

In Gebäuden, Industrieanlagen und Verkehrssystemen schlummert immenses Einsparpotenzial. Auch digitale Technologien müssen sparsamer werden. Künstliche Intelligenz etwa verschlingt enorme Energiemengen, die künftig nicht mehr einfach bereitgestellt werden können – auch wegen begrenzter Rohstoffe.

Fakten als Grundlage für Strategiewechsel

Der Global Energy Review zeigt: Ohne strukturellen Wandel bleibt die Energiewende unvollständig. Politische Programme müssen den Ressourcenverbrauch stärker berücksichtigen, sonst droht eine Sackgasse. Erneuerbare Energiequellen bilden das Fundament – doch die Architektur steht und fällt mit Effizienz und Materialverfügbarkeit.

Nur wer bereit ist, den Energiebedarf konsequent zu senken, ermöglicht eine nachhaltige Zukunft. Nicht der Ausbau alleine entscheidet, sondern der kluge Umgang mit dem, was verfügbar ist. Erst wenn diese Erkenntnis Einzug hält, entfalten die Daten ihre volle Wirkung.

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