Forscher präsentieren neuartige Nuklear-Batterie mit jahrzehntelanger Laufzeit

Von | 5. April 2025

Die meisten Akkus verlieren nach wenigen Jahren spürbar an Leistung. Zudem belasten Rohstoffabbau, kurze Lebensdauer und problematische Entsorgung zunehmend die Umwelt. Eine neue Entwicklung durchbricht diese Grenzen: Die Nuklear-Batterie liefert konstant Energie – ohne Nachladen, ohne Wartung und über Jahrzehnte hinweg. Trotz radioaktiver Quelle gilt sie als erstaunlich sicher (winfuture: 27.03.25).

Nuklear-Batterie als Antwort auf die Schwächen herkömmlicher Akkus

Der klassische Lithium-Ionen-Akku stößt immer öfter an physikalische und ökologische Grenzen. Leistungsabfall, hoher Ladeaufwand und problematische Recyclingverfahren verschärfen die Suche nach Alternativen. Forscher und Unternehmen richten den Blick daher auf nukleare Technologien. Betavoltaische Batterien nutzen den Zerfall radioaktiver Stoffe, um über lange Zeiträume hinweg Strom zu erzeugen – in Miniaturformat.

Neuartige Nuklear-Batterie liefert über Jahrzehnte konstant Strom, gilt als sicher und eignet sich für Anwendungen mit geringem Energiebedarf

Ein chinesisches Unternehmen, Betavolt, entwickelt mit der BV100 ein serienreifes Produkt. Diese münzgroße Nuklear-Batterie basiert auf Nickel-63 und versorgt Kleingeräte über bis zu 50 Jahre mit Strom. Südkoreanische Wissenschaftler setzen dagegen auf Kohlenstoff-14. Beide Varianten beruhen auf dem gleichen Prinzip: Beim radioaktiven Zerfall entstehen Elektronen, die in Halbleitern eine kontinuierliche Stromquelle erzeugen.

Sicherheit durch gezielte Abschirmung

Die Idee, radioaktive Materialien im Alltag zu verwenden, erzeugt schnell Vorbehalte. Doch die technische Umsetzung reduziert Risiken auf ein Minimum. Ein dünnes Aluminiumblech schirmt die entstehende Betastrahlung vollständig ab. Dadurch lassen sich die Batterien sogar in sensiblen medizinischen Anwendungen einsetzen.

Der Aufbau dieser Energiespeicher ist simpel, aber wirkungsvoll: Ein radioaktiver Emitter setzt Beta-Teilchen frei, die in einem Halbleiter-Absorber Strom erzeugen. Zwar bleibt die Leistung gering, doch reicht sie für spezielle Einsatzbereiche völlig aus. Experten betonen: „Man sollte sich also nicht etwa das ewig laufende Smartphone erwarten.“

Einsatzbereiche mit geringem Energiebedarf

Die Nuklear-Batterie erzeugt eine konstante, wenn auch kleine Menge Strom. Der südkoreanische Prototyp liefert pro Quadratzentimeter etwa 20,75 Nanowatt – das entspricht nur rund 0,4 Prozent der Leistung eines Taschenrechners. Für Geräte mit minimalem Verbrauch wie Herzschrittmacher oder Umweltsensoren reicht das jedoch aus.

Zukünftige Entwicklungen zielen auf effizientere Materialien und eine höhere Energiedichte. Neben der einzigartigen Lebensdauer zählt die Wartungsfreiheit zu den wichtigsten Vorteilen. Besonders in schwer zugänglichen Bereichen kann die Technologie neue Maßstäbe setzen.

Internationale Forschung beschleunigt das Tempo

Neben Asien intensivieren auch Europa und die USA ihre Forschung auf diesem Gebiet. Ziel ist eine energieautarke Versorgung für Spezialanwendungen – etwa in der Raumfahrt, Tiefseeüberwachung oder bei Sensorik in extremen Umgebungen. Die Unabhängigkeit von Lithium und anderen seltenen Rohstoffen gilt dabei als entscheidender Faktor.

Trotz vielversprechender Fortschritte bestehen Herausforderungen. Technische Optimierung, gesetzliche Rahmenbedingungen und öffentliche Akzeptanz entscheiden über den künftigen Einsatz. Der Begriff „radioaktiv“ wirkt abschreckend, obwohl moderne Nuklear-Batterien kaum Strahlenrisiken mit sich bringen. In spezialisierten Einsatzfeldern eröffnet sich jedoch ein neues Kapitel der Energieversorgung – zuverlässig, langlebig und kompakt.

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