Eine umstrittene Klimastudie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zählt zu den größten Wissenschaftsskandalen der letzten Jahre. Medien wie „Tagesschau“ und „Spiegel“ machten sie 2024 zur Schlagzeile. „Wissenschaftlich völlig ungültig“ – so urteilte der Ökonom Richard Rosen. Auf Basis der PIK-Studie trafen Politik und Finanzwelt jedoch weitreichende Entscheidungen. Der angebliche jährliche Wirtschaftsschaden von 38 Billionen Dollar prägte weltweite Debatten (welt: 25.08.25).
Alarmismus statt seriöser Klimastudie
Die PIK-Pressemitteilung versprach maximale Dramatik: „Selbst wenn der CO₂-Ausstoß ab heute drastisch gesenkt werden sollte, ist die Weltwirtschaft … bereits zu einem Einkommensverlust von 19 Prozent bis 2050 verurteilt.“ Diese Worte verschafften der PIK-Studie weltweite Aufmerksamkeit. Doch die Naturwissenschaft hinter dem Modell bröckelt. Fachleute entdecken gravierende Fehler.
Umstrittene Klimastudie: PIK‑Studie zeigt mangelhafte Naturwissenschaft, verzerrte Klimapolitik und drohenden Wirtschaftsschaden
OECD, Weltbank und US-Regierung übernahmen die Szenarien ungeprüft. Auch das Network for Greening the Financial System (NGFS), ein Zusammenschluss von Zentralbanken, griff die Zahlen auf. Die Europäische Zentralbank setzte sie sogar für Stresstests ein. Kritiker warnen: Politik auf Basis einer fehlerhaften Klimastudie bedeutet falsche Weichenstellungen. Jessica Weinkle sieht „NGFS-gesteuerte Manöver“ als Treiber von Deindustrialisierung.
Naturwissenschaft zweifelhaft an Klimastudie – Politik gefährdet
Dass „Nature“ die PIK-Studie veröffentlichte, verlieh ihr Glanz. Doch interne Dokumente zeigen: Alle vier Gutachter meldeten massive Mängel. Ein Fachmann schrieb: „Die statistische Methodik … [hat] keinerlei wissenschaftliche Grundlage.“ Ein anderer betonte, die Prognosen wirkten „unintuitiv groß“.
Roger Pielke Jr. spricht von einem Skandal. Fehlerhafte Zahlen seien seit über einem Jahr bekannt, dennoch prägten sie Klimapolitik und Finanzentscheidungen. Weinkle kritisiert, „Nature“ habe sich „in einen Fußabtreter verwandelt“. So verliert die Naturwissenschaft an Glaubwürdigkeit.
Kritik ignoriert, Wirtschaftsschaden riskiert
Schon wenige Wochen nach Veröffentlichung legte Christof Schötz von der TU München eine detaillierte Kritik vor. Er stellte klar: Die Ergebnisse liefern „nicht die robusten empirischen Beweise, die für eine Klimapolitik erforderlich sind“. Dennoch unterdrückte „Nature“ die Analyse monatelang.
Weitere Forscher aus Princeton und dem Bank Policy Institute meldeten sich. Gregory Hopper beschreibt seine vergeblichen Versuche, Kommentare einzubringen. Rosen bewertete die PIK-Studie als „wissenschaftlich völlig ungültig“. Inzwischen zeigt sich: Während die Kritik zurückgehalten wurde, nutzte das NGFS die Daten weiter. So entstand politisch und wirtschaftlich ein massiver Wirtschaftsschaden.
Neue Methoden, gleiche Schwächen
Unter Druck veröffentlichten die PIK-Forscher eine neue Fassung. In diesem „Pre-Print“ behaupteten sie, ihre Kernaussagen blieben erhalten. Doch sie mussten Methoden austauschen, um ähnliche Ergebnisse zu erzeugen. Für Pielke ist das „ein stillschweigendes Eingeständnis … dass die ursprüngliche Analyse keinen Wert mehr hat“.
Hopper sieht die neue Version noch kritischer. „Das überarbeitete Klimaschadensmodell ist sogar noch fehlerhafter“, erklärt er. Die statistischen Probleme bestehen weiter. Damit zeigt sich, dass die Naturwissenschaft hier eher der Politik dient, statt objektive Ergebnisse zu liefern.
Gefährliche Verflechtung von Forschung und Politik
Die PIK-Studie offenbart ein Netz aus Wissenschaft, Politik und Finanzinstituten. Ben Caldecott von der Oxford Sustainable Finance Group beschrieb in der „Financial Times“, wie Banken Forschung beeinflussen: „Sie haben dies getan, indem sie versucht haben, die Forschungsergebnisse vor der Veröffentlichung zu ändern, oder … zu verhindern, um ihre Produkte und Dienstleistungen zu schützen.“
Das Vertrauen in unabhängige Naturwissenschaft bricht damit weiter ein. Eine Klimastudie, die methodisch schwach ist, prägt dennoch Klimapolitik und Entscheidungen im Finanzwesen. Für Unternehmen und Bürger bedeutet das Risiken und Wirtschaftsschaden. Am Ende räumten die PIK-Forscher ein: „Die Autoren und das PIK begrüßen und schätzen das Feedback … und übernehmen die Verantwortung für die Versäumnisse.“ Doch dieses Eingeständnis kommt spät. Die Folgen für Wirtschaft und Klimapolitik sind längst Realität.
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